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BaumLand – neue Kampagne für Gehölze in die Landwirtschaft
Unsere Landwirtschaft braucht mehr Gehölze! Sie schützen die Artenvielfalt, den Boden und das Klima. Sie ermöglichen es der Landwirtschaft, sich an Klimaextreme besser anzupassen. Trotzdem befinden sich Streuobstwiesen in einem schlechten Zustand, ihr Bestand ist seit Jahren rückläufig. Auch Hecken verschwinden im Zuge von immer größeren Schlägen aus der Landschaft.
Es ist Zeit, diese Entwicklung umzukehren!
Mit der BaumLand-Kampagne setzt sich der Förderverein der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland e.V. (FAbL) in den nächsten drei Jahren dafür ein, die Förderbedingungen für Streuobst, Hecken und Agroforst bundesweit zu verbessern und attraktiv für Bäuerinnen und Bauern zu gestalten. Die gesellschaftlichen Leistungen, die Landwirt:innen und andere Personen durch die Anlage und Pflege von Gehölzstrukturen erbringen, müssen höher und langfristiger honoriert werden. Schließlich ist eine Landwirtschaft, die Bäume und Sträucher integriert, aufwendiger und kostenintensiver.
Was hat sich die BaumLand-Kampagne vorgenommen?
Mit einem Blick in die verschiedenen Bundesländer werden gut und weniger gut funktionierende Bestandteile von Förderprogrammen identifiziert. Daraus werden eine Strategie und Vorschläge zur attraktiven Gestaltung von Förderprogrammen entwickelt. In einem Austausch mit politischen Entscheidungsträger:innen wird versucht, gemeinsam die Förderungen so zu gestalten, dass sie aus Sicht der Landwirtschaft und des Naturschutzes sinnvoll sind und zu wirklichen Veränderungen in der Landschaft führen. Auch die Vernetzung der verschiedenen Akteure innerhalb der Bundesländer sowie bundesweit ist ein Fokus der Baumland- Kampagne.
Wie eine zukunftsfähige Streuobstförderung aussieht
Die Anlage und Pflege von Streuobstbeständen ist in Zeiten der Klima- und Biodiversitätskrise zentral. Sie bietet massive gesamtgesellschaftliche Vorteile. Dies sind aus Sicht der BaumLand Kampagne wichtige Stellschrauben:
- Fördersätze für Pflanzung und langfristige Pflege angemessen hoch gestalten: Alle Förderungen und Ausgleichsmaßnahmen müssen bei Neupflanzungen ausreichend Mittel für einen 15-jährigen jährlichen Erziehungsschnitt bereitstellen. Auch der Erhaltungs- oder Sanierungsschnitt von Obstgehölzen auf Streuobstwiesen muss regelmäßig und langfristig honoriert werden. Eine naturschutzfachlich-sinnvolle Grünlandpflege muss weiterhin zusätzlich gefördert werden. Förderprogramme für Ober- und Unternutzung auf der gleichen Fläche dürfen sich nicht ausschließen.
- Fachliche Standards für Pflanzung und Pflege verankern: Die Pflanzung und Obstbaumpflege sollten nach einheitlichen fachlichen Standards geschehen. Dazu müssen Förderprogramme und Ausschreibungen eindeutige Bedingungen enthalten. Für eine Förderung des Baumschnitts sollte beispielsweise eine fachliche Qualifikation Voraussetzung sein.
- Eine wirtschaftliche Verwertung des Obstes ermöglichen: Eine extensive, aber wirtschaftliche Nutzung Streuobstwiesen sollte auch dann möglich sein, wenn sie von Naturschutzmitteln oder als Ausgleichsmaßnahme finanziert wurden.
- Empfehlungen und Spielräume für Klimaanpassung schaffen: Streuobstwiesen stehen angesichts der Klimakrise vor großen Herausforderungen. Aktuelle Förderprogramme müssen klare Empfehlungen für bereits bekannte Anpassungsstrategien enthalten (wie z.B. Unterlagen- und Sortenvielfalt). Daneben brauchen sie auch Spielräume, um neue Anpassungsstrategien auszuprobieren: neue Pflanzverfahren (z.B. Direktsaat), vereinzelt neue Arten (z.B. Walnuss, Esskastanie) oder Humusaufbau in den Baumreihen.
- Streuobst als umweltschonendes Anbauverfahren anerkennen: In vielen Bundesländern ist die Förderung für den Niederstamm-Obstbau nach EU-Bio-Verordnung und den „kontrolliert-integrierten“ Obstbau im Vergleich zum hochstämmigen Streuobstbau unverhältnismäßig hoch. Landwirtschaftlich genutzte Streuobstwiesen sollten genauso wie Plantagen als Dauerkulturen anerkannt werden oder davon unabhängig eine vergleichbar hohe Flächenförderung erhalten.
- Vermarktung und Verarbeitung fördern: Streuobstwiesen leben von ihrer Nutzung. Eine wirtschaftliche Perspektive für ihre Produkte ist dringend notwendig. Es braucht Programme, die Aufpreis- oder Vermarktungsnetzwerke fördern, sowie Investitionen zur Verarbeitungstechnik bezuschussen. Auch ein entsprechendes Bewusstsein in der Bevölkerung sollte dringend gefördert werden.
Weitere Informationen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
Einen Überblick über das Projekt gibt die Homepage www.baumland-kampagne.de.
BaumLand erarbeitet Strategien, berät die Politik und vernetzt Akteure. Es verändert sich nur etwas, wenn viele zusammen etwas bewegen wollen. Deswegen freut sich die BaumLand-Kampagne über Unterstützung, Kontakte zu Entscheidungsträger:innen, Ideen und Informationen. Nehmen Sie Kontakt auf, wenn Sie zu Gehölzen arbeiten und sich für eine strukturreichere Landwirtschaft einsetzen.
Wer steckt hinter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)?
Abseits von dem Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft durch das Zusammendenken von Naturschutz und Landwirtschaft setzt sich die AbL seit mehr als 40 Jahren für Bäuerinnen und Bauern, einen lebendigen ländlichen Raum und eine zukunftsfähige Landwirtschaft ein.
Kontakt
BaumLand-Kampagne - Gehölze in die Landwirtschaft! www.baumland-kampagne.de, kontakt@baumland-kampagne.de
Eine Kampagne des Fördervereins der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland e.V., https://www.fabl-ev.de/, https://www.abl-mitteldeutschland.de/, www.abl-ev.de/
Autorin: Malin Tiebel
Statt strukturreicher Kulturlandschaft, die durch aktive Nutzung erhalten wird (links), trifft man vermehrt auf ungepflegte Streuobstbestände, die in der Folge früh vergreisen und auseinanderbrechen. Fotos: M. Grolm.
