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Imagefilm wirbt für pestizidfreien Obstanbau
Im konventionellen Tafel-Apfelanbau werden sehr viele Pestizide eingesetzt, die einerseits makellose Äpfel ermöglichen aber gleichzeitig der Artenvielfalt schaden. Die Behauptung von vielen Tafelobsterzeugern, dass es ohne die Pestizide nicht funktioniere, ist aber falsch. Der Biohof Stöckl zeigt, wie es anders geht – mit einer pestizidfreien Bewirtschaftung der eigenen Streuobstwiesen, von denen auch Tafeläpfel vermarktet werden.
Geschönte Wahrheiten vs. verbotene Kritik
Reklamen flüstern den Verbraucherinnen und Verbrauchern gerne zu, dass die im Supermarkt erhältlichen Äpfel von schönen, alten Bäumen idyllischer Landschaften stammen.
Die Realität sieht aber anders aus. Ein Großteil konventionell produzierter Äpfel wächst in intensiv bewirtschafteten Monokulturen. Dort wachsen kleine, auf maximalen Ertrag herangezüchtete Bäumchen an Drahtanlagen als Plantagen. Doch diese Form des Anbaus hat einen Haken: Die Bäume haben nur geringe Abwehrkräfte gegen Schädlinge und Krankheiten, die sich in Monokulturen rasant verbreiten können. So werden die Schädlingen mit Pestiziden bekämpft, um die Ernte zu sichern. Kollateralschäden betreffen die Artenvielfalt und können negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Wie Karl Bär, Referent für Agrar- und Handelspolitik am Umweltinstitut München e.V. selbst erfahren musste, ist die Kritik an Pestiziden unerwünscht und kann bis vor Gerichte führen (Link).
Biodiversitätsparadies Streuobstwiese
Im vergangenen Jahr 2021 besuchte der Agrarreferent Karl Bär den Biohof Stöckl. „Es ist hier ein absolutes Biodiversitätsparadies, so eine Streuobstwiese“, so Bär, als dieser auf der Streuobstwiese der Stöckls steht. Georg und Marianne Stöckl sind Mitglied bei Hochstamm Deutschland e.V. (Portrait). Mit ihrer Familie bewirtschaften sie einen für Niederbayern verhältnismäßig exotischen Nebenbetrieb. Er spezialisiert sich auf Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Streuobst-Produkten und ist dabei, nach eigener Einschätzung, inzwischen wirtschaftlich erfolgreich.
Pestizidfrei – Wie geht das?
Sie und auch zahlreiche andere Bio-Streuobstbäuerinnen und -Bauern beweisen, dass es möglich ist, Tafeläpfel komplett ohne Pestizide anzubauen. Auf stabilen Hochstamm-Obstbäumen bauen die Stöckls 70 bis 80 verschiedene Sorten Äpfel zum Verkauf an und verzichten dabei komplett auf chemisch-synthetische Insektizide, Herbizide und Fungizide und sogar auf die im Öko-Obstbau zugelassenen Mittel. Um sich genau anzusehen, wie der pestizidfreie Apfelanbau funktioniert, warum eine Streuobstwiese ein wahres Biodiversitätsparadies ist und warum die „Äpfel mit Charakter“ sogar besser schmecken, hat der Agrar-Referent Karl Bär die Streuobstwiese der Stöckls in einem Image- und Umweltbildungsvideo festgehalten:
- Zum Video: Streuobstwiese: Obstbau ohne Pestizide
Quelle:
Umweltinstitut München e.V. (2021): http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2021/pestizide/pestizide-im-apfelanbau-es-geht-auch-anders.html