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Internationale Synergien: Warum ein Institut für Artenvielfalt in Kasachstan und Streuobst zusammenpassen
Die Leidenschaft für die Artenvielfalt und den Wissensaustausch: Manchmal führt diese Passion nicht nur zu harten Debatten in der Praxis, sondern zu unerwarteten Begegnungen. So kam Hochstamm Deutschland e.V. über das eigene Projekt Streuobst 2030 im Frühjahr ins Gespräch mit Prof. Matthias Kramer (Technische Universität Dresden). Er setzt sich u.a. für den Wissenstransfer von Hochschulen in die Praxis ein und gründete dafür ein eigenes Netzwerk (NETSCI). Der Schwerpunkt liegt auf Biodiversität, Wertschöpfung und dem Urapfel. Damit nimmt die Zusammenarbeit mit Hochstamm Deutschland e.V. seinen Anfang.
Erhalt durch Nutzung: Internationale Konferenz mit Hochstamm Deutschland
Auf Einladung von Prof. Kramer nahm die Geschäftsstelle an einer Konferenz im kasachischen Almaty („Stadt des Apfels“) teil. Thema: „Biodiversität und Ökosystemleistungen als unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen Entwicklung“. Vertreter aus Ministerien, Botschaften, Universitäten und nicht zuletzt der Praxis diskutieren über Wege, wie die Artenvielfalt in Kasachstan gefördert wird. Hochstamm Deutschland zeigt dabei in seinem Beitrag, „wie sich Naturschutz, Wertschöpfung und Regionalität verbinden lassen“. Das Prinzip „Erhalt durch Nutzung“ ist für die kasachischen Partner besonders interessant und bisher in Bezug auf den Urapfel unbekannt. Bislang erweckt der Asiatische Wildapfel (Malus sieversii) vorrangig das Interesse von Züchtungseinrichtungen im In- und v.a. auch Ausland. Chinesische und usbekische Forscherinnen und Forscher berichten beispielsweise über das enorme genetische Potenzial des Urapfels für den modernen Obstanbau.
Institut für Artenvielfalt mit Hochstamm Deutschland e.V.
Seit April 2023 ist Hochstamm Deutschland e.V. offizieller Kooperationspartner des "Kazakh-German Institute for the Protection of Ecosystems and Biodiversity" (KaGEB) an der nationalen Agraruniversität in Almaty, Kasachstan. Es wurde im Rahmen einer der Konferenz feierlich eröffnet. Das Forschungsinstitut beschäftigt sich damit, wie Artenvielfalt und Ökosysteme, insbesondere die wilden Urapfelwälder in Kasachstan, erhalten bleiben. Prof. Kramer arbeitet schon seit längerem mit der nationalen Agraruniversität in einem internationalen Projekt zum Urapfel zusammen. Das neue Institut intensiviert nun den Wissenstransfer zwischen Wissenschaftlern und Praxispartnern aus Kasachstan, Deutschland, China und Kirgistan.
Von Deutschland nach Kasachstan und zurück: Wissenstransfer
Das Tian Shan Gebirge erstreckt sich über Kasachstan, China und Kirgistan. Neben gewaltigen Bergmassiven ist die Gegend südöstlich von Almaty bekannt für die Bestände des Asiatischen Wildapfels. Der Stammvater aller modernen Apfelsorten, auch derer unserer Streuobstbäume in Deutschland, verbindet das Interesse der Kooperationspartner und ist Schwerpunkt des KaGEB. Das Institut strebt innovative Projekte zum Erhalt des Malus siversii und der Artenvielfalt an. „Wir freuen uns über den Austausch mit den internationalen Partnern“, bekräftigt Martina Hörmann, Vorsitzende von Hochstamm Deutschland e.V. „Besonderen Fokus legen wir – getreu unserem Vereinsleitbild – auf den Wissenstransfer in die Praxis und den Erhalt durch Nutzung“. So ist beispielsweise ein Besuch der kasachischen Partner in Streuobstprojekten Deutschlands geplant. Die Früchte der Apfelurwälder nutzt das Land bisher kaum, das Prinzip „Erhalt durch Nutzung“ ist weitgehend unbekannt. Da bietet das Streuobstengagement in Deutschland Inspiration für den Aufbau von Wertschöpfungsketten, beispielsweise auch im Tourismus.
Weiterführende Links:
- Reisebericht: Hochstamm Deutschland zu Gast in kasachischen Urapfelwäldern
Quellen:
Kazakh National Agrarian Research University (Hrsg.) (2023): https://www.kaznaru.edu.kz/page/news/?link=aportty_khalykaralyk_dengeide_zhangyrtu_3390&lang=en
NETSCI GMBH (2023): https://netsci.de/projekte/
Fotos:
Foto 1: Hochstamm Deutschland diskutiert mit asiatischen Wissenschaftlern und Praxisleuten über Biodiversität und nachhaltige Landnutzung.
Foto 2: Große Freude: Es ist offiziell: Hochstamm Deutschland e.V. ist Partner eines internationalen Instituts für Biodiversität und Ökosystemleistungen.
(Fotos: KazNARU, Hochstamm Deutschland e.V.)

