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Verfügbar: Geodaten der baden-württembergischen Streuobstkulisse
Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) veröffentlichte die Geodaten der aktualisierten landesweiten Streuobstbestände. Dazu ist ein Bericht mit der Zusammenfassung der Ergebnisse einsehbar.
Auswertung und Ergebnisse der fernerkundlichen Ermittlung
Der zugehörige Bericht von Borngräber, Krismann & Schmieder ist bereits online einsehbar (hier) und wird in der Ausgabe 81 von Naturschutz und Landschaftspflege Baden-Württemberg erscheinen. Der Bericht fasst die Ergebnisse zusammen, dient zur Erläuterung der Methodik und gibt Hinweise zur Interpretation und Handhabung der Daten.
Die Zahl der Streuobstbäume in Baden-Württemberg umfasste zwischen 2012 und 2015 etwa 7,1 Mio. Bäume. Unterstellt man durchschnittlich 80 Bäume je Hektar Streuobstwiese, resultiert daraus eine Streuobstfläche von 88.784 Hektar (Borngräber, Krismann & Schmieder 2020, S. 10). Die untenstehende Karte zeigt die Dichte der Streuobstbäume bezogen auf die Kreisfläche für die einzelnen Land- bzw. Stadtkreise. Es zeigen sich hohe Dichtewerte für den Landkreis Esslingen und den Rems-Murr-Kreis. Auch die Kreise Ludwigsburg und Enzkreis weisen noch hohe Baumdichten auf. In den Stadtkreisen Mannheim und Freiburg sind die Baumzahlen am geringsten. Die niedrigste Baumdichte findet sich im Schwarzwald-Baar-Kreis (Borngräber, Krismann & Schmieder 2020, S. 11). Im Vergleich zur Erhebung von 2008 ist innerhalb des Vergleichszeitraumes von 10 Jahren ein erheblicher Rückgang der Streuobstbäume in Baden-Württemberg zu verzeichnen (Borngräber, Krismann & Schmieder 2020, S. 13).
Ermittlung durch automatisierte Fernerkundungsverfahren
Die methodische Erhebung gliederte sich in einzelne, aufeinander folgende Verarbeitungsschritte, welche in unterschiedlichen Softwares durchgeführt wurden. Als Datengrundlage dienten photogrammetrische Luftbilddaten aus dem Befliegungszeitraum 2012 bis 2015, aus denen eine dreidimensionale Punktwolke erzeugt wurde. Mittels der Überlagerung mit dem Digitalen Geländemodell (DGM) des Landes wurde ein normalisiertes Digitales Oberflächenmodell (nDOM) erzeugt und anschließend mit Hilfe einer Wald-Maske die Offenlanddaten herausgenommen und erste Filter angewendet. Aus dem generierten Digitalen Oberflächenmodell (nDOM) wurden folglich über objektbasierte Segmentierungsverfahren potenzielle Streuobstbäume neben anderen Gehölztypen herausgearbeitet und Parameter für weitere Klassifikationen berechnet. Schließlich fand eine Artefaktbereinigung und die abschließende Klassifikation der Streuobstbäume durch die ermittelten Gehölzparameter statt (Borngräber, Krismann & Schmieder 2020, S. 3).
Die Methodik hat sich seit der letzten Erhebung im Jahr 2008 geändert und die fernerkundlich erfassten Baumzahlen beider Erhebungen sind nicht direkt miteinander zu vergleichen. Es kann also nicht direkt auf eine Zu- oder Abnahme des Bestands auf einer bestimmten Fläche geschlossen werden.
Zugang zu den Geodaten der aktualisierten landesweiten Streuobstkulisse
Die Geodaten stehen im Daten- und Kartendienst der LUBW (https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/) unter „Natur und Landschaft“ als Punktshape-Datei zum Download bereit. Zu beachten sind die geltenden Nutzungsvereinbarung.
Hier lesen Sie den Artikel „Starker Rückgang der baden-württembergischen Streuobstbestände“ von Hochstamm Deutschland e.V. von Anfang des Jahres 2020.
Quellen:
Borngräber, S., Krismann, A. & Schmieder, K. 2020: Ermittlung der Streuobstbestände Baden-Württembergs durch automatisierte Fernerkundungsverfahren. Naturschutz und Landschaftspflege Baden-Württemberg 81 (unveröffentlicht)
Informationen durch Dr. Anne-Kathrin Happe (LUBW)
Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (2020): https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/
Bildquelle: Borngräber, Krismann & Schmieder 2020, S. 12
Bildunterschrift: Dichte der Streuobstbäume (unkorrigierte Werte [Bäume / ha], Klassen 3–5) im Offenland bezogen auf die Fläche der einzelnen Land- bzw. Stadtkreise
